Widerstreit

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Sehnsucht

Nein, mit diesem Titel schlag ich keine Br?cke zum gleichnamigen Rammstein-Album -und Song. Obwohl mich seine lyrische ?sthetik durchaus anspricht. Nur nicht so sehr, dass ich mein Leben oder auch nur einige Aspekte dessen danach ausrichten w?rde. Wom?glich bin ich doch nicht so labil, wie ich selbst immer angenommen hatte. Wom?glich sollte man eine solche Thematik nicht anhand eines so banalen Beispiels er?rtern?
Eine ganze Zeitlang wollte ich mir doch allen Ernstes einreden, ich SOLLE so leben, um so viele Eroberungen wie m?glich einzufahren. Nat?rlich spricht zun?chst einmal alles, was ich bisher erlebt habe - oder eben nicht erlebt habe - dagegen, einen solchen Liebesfeldzug zu veranstalten. Doch die Beeinflussung von au?en - durch die Erfahrungsberichte Anderer und die Suggestionen der v?llig verzerrten Medienlandschaft - lie? mich nicht frei atmen. Ich war blockierte, gehemmt, verkrampft, fixiert und dabei v?llig in mich selbst zur?ckgezogen. Gut, das bin ich momentan zwar nach wie vor. Doch die Zeit und "Reife" haben dieses Ph?nomen nach und nach gelindert und als "unschuldige Blau?ugigkeit" verkl?rt.
Ich sehne mich vielmehr nach N?he in einem sehr vielschichtigen Sinne. Eine N?he, die akzeptiert, toleriert, respektiert und s?mtliche Schw?chen nachsieht, weil sie hinter diesem dichten Gestr?pp aus Makeln, von dem nicht einmal der "perfekteste" Mensch verschont bleibt, den man sich nur vorstellen kann, etwas sieht, das eben diese Akzeptanz, diese Toleranz, diesen Respekt auf ganzer Linie rechtfertigt. Etwas, das jeden Makel mit zehn Tugenden aufwiegt. Und m?gen sie auch noch so erdacht und idealisiert sein. Denn Sch?nheit liegt im Auge des Betrachters. Und ich kann mir nichts Sch?neres vorstellen, als der Person im Mittelpunkt meines eigenen Mikrokosmoses zu sagen, wie sch?n sie doch sei. Und wenn sie dann in den Armen der Verlegenheit versinkt, wenn sie an der Aufrichtigkeit meiner Worte zweifelt und nicht recht wei?, ob sie dem Rest der Welt genauso gut gefallen k?nnte wie mir, bekommt sie von mir nur Folgendes zu h?ren: "Ist es denn so wichtig, was die Anderen denken? Reicht es nicht, dass du der Nabel MEINER Welt bist?"
Der Gesichtsausdruck, mit dem sie auf meine Worte reagiert, wird mich mit Sicherheit so sehr anr?hren, dass ich ihm am liebsten in Kupfer gie?en w?rde ... aber das sind lediglich die Gedanken eines emotionalen Kr?ppels, der an so vielen Dingen noch nicht teilhaben durfte, weil er sich selbst im Weg steht.
23.11.05 20:00


Aus dem Zusammenhang gerissen

Eigentlich h?tte ich schon vor knapp zwei Wochen damit anfangen sollen, einen Blog anzulegen. Rechtzeitig zum neuen Lebensabschnitt, der nun f?r mich angebrochen ist, w?re das mehr als angebracht gewesen. Aber bis vor zwei Wochen hielt ich nicht besonders viel von dieser Art, seine Gedanken mitzuteilen. F?r die Augen Aller zug?nglich. Und f?r umso mehr Voyeure einsehbar, je gro?z?giger und weitfl?chiger man seinen Link in alle Welt verschickt. Aber auf so manches, das ich bislang im Rahmen meines Studiums "erlebt" habe - ob nun unmittelbar oder eher passivisch - werde ich ohnehin noch zur?ckkommen. Die eine oder andere Banalit?t l?sst mich ohnehin viel sp?ter los als den Ottonormalmenschen, der etliche neue Erfahrungen gewissenlos, lieblos, achtlos abstreifen und ins tote Gestern verbannen kann. Ich dagegen ehre gewisserma?en jeden Augenblick - zwar auf meine ganz eigene, sehr h?ufig selbstzerst?rerische und selbstanklagende Weise, doch genau diese Art, die Welt zu betrachten, l?sst zahlreiche Ereignisse in mein Unterbewusstsein sickern, sodass ich sie eines Tages - wenn ich es am wenigsten erwarte - hervorkramen und mich an ihnen erg?tzen kann. Manchmal, nein, in den meisten F?llen handelt es sich um absolute Trivialit?ten, ?ber die meine Mitmenschen sicher nicht einmal ins m?de Schmunzeln k?men. Sie schenken der Welt ?berhaupt sehr ungern dieses kostbarste Gut, das ihnen die Anatomie an die Hand gegeben hat. Ich blicke um mich und sehe entstellte Gesichtsz?ge. Entstellt vom Abglanz eines L?chelns. Das schon lange aufgeh?rt hat, ein wahres L?cheln zu sein. Jeder dieser laienhaften Imitationsversuche einer der sch?nsten und erquickendsten Gef?hlsregungen erf?llt mich mit Trauer. Und zwar auch deshalb, weil ich allm?hlich zu verlernen scheine, den Abklatsch vom Original zu unterscheiden. So oft es mir m?glich ist und so oft ich es wage, so genau hinzusehen, versuche ich die Augen meines Gegen?bers zu fixieren. Darin einzutauchen, soweit es mir nun einmal m?glich ist. Gerade weit genug, um den bei?enden Seelengeruch zu erahnen, aber nicht weit genug, ihn wirklich riechen zu k?nnen.
28.10.05 21:22





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